12. und 13. Tag, Varbla – Pärnu

Freitag: Die Gegend um Varbla scheint noch sehr ursprünglich estnisch zu sein, und es gibt noch viele Naturstrassen. Das macht den ersten Teil dieser 70 km-Etappe nicht gerade angenehm. Neben den Schotterstrassen machen uns vor allem die „Sauviecher“ von Brämen zu schaffen – es sind mühsame Kilometer. Wir sind froh, als wir wieder Teerstrassen erreichen. Hier geht es eindeutig flotter voran. Die Velotour endet also nach fast 500 km genau an Julias 20. Geburtstag in Pärnu.Im Hotel müssen wir zuerst noch ein bisschen kämpfen, damit alle Fünf die müden Glieder in einem anständigen Bett zur Ruhe legen können. Zuerst lag da nur eine Liegestuhlauflage. Marco reklamierterte: „We need a proper bed, and not just a better blanket on the floor!“. Nach einer ausgiebigen Dusche feiern wir in einem sympathischen kleinen Kaffee in der Altstadt. Als Geburtstagskuchen gibt es „Estonian Cake“ und Samuel organisiert bei der Bedienung sogar eine brennende Geburtstagskerze. Das „Happy-Birthday“ ertönt in englisch und estnisch in der Altstadtgasse. Etwas peinlich, aber sooo schön.
Da Pärnu eine sehr überschaubare, kleine Stadt ist, erkunden wir (wieder auf unseren zwei Rädern) Altstadt, Hafen und die ausgedehnte Strandpromenade. Das Abendessen serviert man uns im „Piparmünt“ (Pfefferminze). Ein anstrengender, spezieller und trotzdem wunderschöner Tag geht zuende.

Samstag: Wir haben heute einfach gar nichts vor. Deshalb essen wir für unsere Verhältnisse ausserordentlich spät Zmorge und machen uns danach auf, noch einmal in aller Ruhe Pärnu, die alte Bäderstadt, zu besichtigen. Uns gefällt diese Stadt sehr. Das Alte, Traditionelle wird ergänzt vom Jungen und Kreativen: der coole, estnische Designladen neben dem schummrigen und überfüllten Antiquariat. Ganz zufällig entdecken wir einen interessanten Laden: So etwas haben wir bei uns noch nie gesehen – einen no-waste-Laden. Das wäre was für Olten! Die Einrichtung besteht aus lauter Palletten, darauf viele Körbe mit Früchten, Gemüse, Öko-Kosmetik und grosse Gläser mit Nüssen, Flocken, Hülsen- und Trockenfrüchten. Abgefüllt wird nicht wie üblich in Plastiksäcke, sondern in eigene, mitgebrachte Gefässe oder in die bereitliegenden Papier- oder Leinensäckchen und Gläser mit Schraubverschluss in allen Formen und Grössen. Wir können nicht widerstehen und kaufen eine pechschwarze Seife. Deshalb riecht es nun in unserem Zimmer ganz wunderbar esoterisch-alternativ.

  • Drei-Bett-Zimmer?!?

Morgen werden wir am Mittag Estland verlassen und mit einem Bus in 2 1/2 Stunden nach Riga fahren.

3 Kommentare

  1. Liebe Julia. Nachträglich auch von mir noch alles Gute und Liebe zum Geburtstag!
    Das 3. Bett sieht wirklich nicht so toll aus, brauchen doch Velowädlis ein richtiges Bett. Hoffentlich habt Ihr doch noch gut geschlafen! Schönen Abend und morgen viel Vergnügen in Riga.
    Liebe Grüsse
    Rägeli

  2. ui ui ui diese dreizimmer Bett sieht wirklich etwas ungemütlich uus ond das ou nach so viu Kilometer… zom glück häts doch klappt metem Bett.

    Was esch das förige Seife wenns so schwarz esch? Teer Seife?

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